Kinotechnik - Homepage   BildformateProjektorenTonsystemeSpulsystemeSteuerungen
THX
VortragDie KinosNebentechnikDank und Information
Kinoteam - Homepage
 

 

 

[Projektoren] [Philips] [Kinoton] [Bauer] [ehem. DDR] [Sonstige]

[-?-]

 

 

 

[Ernemann VIIB] [Dresden1] [ UP 700] [Zeiss TK35] [Zeiss TK35(2)] [Meopta]

 

Zeiss TK 35 (by Gerhard Last)

Zeiss TK35

Dieser Projektor wurde durch den VEB Carl Zeiss Jena bis in die 60er Jahre hinein gebaut, und ist wohl schon als legendär zu bezeichnen. Er wird angegeben als Lizenzbau eines sowjetischen Projektors. Ich habe schon europäische Vorkriegsprojektoren gesehen, die eine ähnliche Grundkonstruktion aufweisen.

Mit dieser mobilen 35mm-Technik wurde auf dem Gebiet der DDR der Landfilm aufgebaut. In die Orte, in denen es keine Kinos gab, kam regelmäßig ein Vorführer mit dieser Technik und "machte Kino". So war in den Sälen vieler Dorfgaststätten Hochbetrieb, wenn es nachmittags Kinderfilme und abends welche für Jugendliche und das reifere Publikum gab. Die DEFA-Wochenschau "Der Augenzeuge" war auch immer mit dabei (bis 1981) und natürlich auch mancher Dokumentarfilm, der die Vorzüge des Sozialismus pries.
Wie überall machte auch in der DDR das Fernsehen dem Kino Konkurrenz. Dies wirkte sich natürlich auch auf den Landfilm aus. Aber gestorben ist er nicht. Es gab ihn bis zur Wende. Das zentral gelenkte Lichtspielwesen der DDR ließ viele kleine Kinos in Betrieb, die in der Privatwirtschaft längst Konkurs angemeldet hätten. Auch die Filmauswahl war staatlich organisiert. Zuerst gab es die bei der DEFA produzierten Filme mit vielen Problemfilmen des sozialistischen Alltags, die nicht jeder sehen wollte. Es führt jetzt zu weit, die gesamte DDR-Filmproduktion zu bewerten. Nur soviel, sie war recht vielseitig, und es gab eine ganze Reihe engagierter Künstler, die sehenswerte Filme produzierten. Gleich in den ersten Nachkriegsjahren entstanden Filme, die sich an der Vergangenheitsbewältigung versuchten. Gerade nach der Wende sieht man viele Filme mit anderen Augen oder kann einige überhaupt erst sehen, weil sie zur Entstehungszeit nur kurz oder überhaupt nicht liefen. Neben Filmen aus dem sozialistischen Ausland gab es einen nicht zu übersehenden Anteil westlicher Filme. Ältere Filme kamen immer mal wieder in die Kinos, teilweise mit neuen Kopien.
Nun aber wieder zurück zur Technik und zur TK (Tonkinokoffer).
Überall, wo mobiles Kino angesagt war, kam die TK35 zum Einsatz, z.B. auch bei Freiluftveranstaltungen. Erinnert sei an die Sommerfilmtage in den 60er und 70er Jahren.
Auf dem Foto oben ist nur eine Maschine zu sehen. Zur Grundausstattung gehören zwei komplette Projektoren, die einen Überblendbetrieb und damit pausenlosen Filmgenuß ermöglichen. Ein Netzteil und ein Röhrenverstärker mit Lautsprecherbox komplettieren die Anlage.  Meist werden Leinwände bis 4m für Normalbild und bis 6m für Cinemascope eingesetzt. Cinemascope-Vorsätze können samt Halterung außen vor dem Objektiv befestigt werden. Im Osten hieß dieses Verfahren "Totalvision". 

Das Original-Bild zeigt geschlossene Spulenkästen. Hiermit und mit zusätzlichen Wärmeschutzfiltern konnte auch Zelluloid-Film vorgeführt werden. Übrigens: In dem Original-Verstärker ist sogar ein richtiger Kinogong eingebaut. Das ist echtes
mobiles Kino im 35mm-Format mit allem was dazugehört!

Zeiss TK35 mit CS-Vorsatz

CS-Vorsatz 80*2 (80mm Durchmesser!)

Zeiss TK35, Projektionsseite

Die Fotozelle ist durch eine Fotodiode ersetzt worden.

Zeiss TK35, Rückseite mit Flügelblende

Rückseite mit Flügelblende: Links unten das Tonlampengehäuse, darüber das Schwungrad für die Tonrolle, rechts oben die Eintrittsöffnung für das Projektionslicht.

Zeiss TK35, Rückseite ohne Flügelblende

Bei abgeschraubter Flügelblende sieht man das Malteserkreuzgetriebe.

Die Konstruktion ist genial. Es gibt keinen Riemenantrieb in irgendeiner Form außer für die
Aufwickelspule. Alle angetriebenen Teile sind direkt durch Zahnräder untereinander verbunden.

Weil das Lampenhaus seitlich angesetzt wird, ist eine sehr kompakte Anordnung aller Teile möglich.  Das Lampenhaus hängt fast frei neben dem eigentlichen Projektor. Damit ist eine gute Wärmeableitung möglich. Die notwendige Umlenkung des Lichts um 90° verringert allerdings etwas die Lichtausbeute. Die Tonlampe befindet sich im hinteren Teil des Gerätes, und ihr Lichtstrahl wird ebenfalls umgelenkt. Das schafft ebenfalls Platz auf der Bedienseite.
Eine große Flügelblende ist direkt am Malteserkreuzgetriebe angebracht. Sie dreht sich in Laufrichtung des Films und zerteilt den Lichtstrahl bevor er umgelenkt wird.
Im transportfertigen Zustand mit geschlossenen Seiten gibt es nirgends vorstehende Teile, die beschädigt werden könnten.

Seitenanfangweiter geht's

[TK 35 von G. Last]

 
hosted by:

Das KLEINGEDRUCKTE: 
Alle Rechte an den Bildern dieser Seite werden ausdrücklich vorbehalten! 
Kein unerlaubtes Kopien, Verändern und Weiterverwenden (insbesondere des Bildmaterials) ! 
No further use without permission !!!
FS(bawuenet)