Einführung
"Der Ton macht die Musik". Wer kennt diesen Spruch nicht?
Zunächst einmal ist der Ton auf dem Film. Klar. Aber heutzutage ist
in der Regel mehr als nur ein Ton drauf, nein es können gleich bis
zu vier verschiedene Tonformate sein (wir reden hier vom 35mm - Film).
Schauen wir uns mal einen Ausschnitt eines solchen Filmstreifens an:
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Leider ist die Perforation, also die Lochung auf der rechten Seite
nicht gut zu erkennen. Was kann man also überhaupt erkennen? Nun zunächst
einmal das Bild: Es ist anamorph verzerrt, was das bedeutet habe ich bereits
an anderer Stelle erklärt (siehe bei den Bildformaten),
nur soviel hier, das Bild ist horizontal um die Hälfte "gestaucht"
und wird beim Projizieren mit einer speziellen "anamorphen" Optik in die
Original-Breite "gezogen". Links zwischen der Perforation und dem eigentlichen
Bild sitzen der Stereo-Lichtton (die durchgehenden Linien, es ist im Moment
auf dem Film ziemlich ruhig ...) und eine dts-Synchronisationsspur. Auch
nur links, genau auf den Perforationsstegen sind die Dolby-Digital-Toninformationen,
links und rechts außen sind die SDDS-Spuren, die den kompletten Sony-Digitalton
enthalten. Das geht aber auch größer:
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Die verschiedenen Tonsysteme:

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Auf diesem Bild kann man alle 35-mm Tonformate erkennen:
Der analoge Stereo-Lichtton, im Gegensatz zum Bild oben ist jetzt ja
soundmäßig ziemlich was los :-), mehr dazu auf der Lichtton-Seite.
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Zwischen
der Perforation der Dolby-Digitalton, Dolby kann es trotz des begrenzten Platzes nicht lassen auch jedesmal das Logo einzubauen, mehr dazu auf der
Dolby-Digital-Seite.
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Eine Erweiterung
des 5.1. Digital Formats um einen Center-SR-Kanals bietet z.B. Dolby Extended
Surround kurz Dolby Digital EX. Hierzu die 6.1 -
Seite.
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Die
dts-Synchronisationsspur (rechts vom Lichtton), sieht wie Morsecode
aus, mehr dazu auf der dts-Seite.
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Ganz
links eine SDDS-Spur (blau) auch hier kann man eine Frame-Struktur erkennen.
Eine weitere befindet auch auf der anderen Seite des Filmes. Näheres
auf der SDDS-Seite.
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Aufbereitung, Verstärkung und Wiedergabe:
Die digitalen Informationen, egal ob direkt vom Film
oder von CD, werden durch spezielle Systeme in 6-8 diskrete Kanäle
dekodiert. Diese liegen dann zusätzlich zu den 2 analogen Lichton-Spuren
vor.
Den weiteren Verlauf sieht man auf diesem Bild:
Das Bild beschreibt den Weg der verschiedenen Tonformate (Lichtton,
dts, Dolby SR-D und SDDS) von der Signalgabe des Projektors über die
Digital-Analogwandlung in den Decodern über die Prozessoren zu den
Verstärkern. Schließlich kann man noch die ungefähre Lautsprecherpositionen
der im Kino verwendeten Kanäle sehen. Komplizierter wird es noch,
wenn THX mitmischt (siehe auf der THX-Seite).
Außerdem habe ich "nur" die 6 üblichen Kanäle verdrahtet,
die bei Sony noch zusätzlich möglichen Kanäle (LC, RC) sind
nur als Lautsprechersystem angedeutet. Bei tatsächlicher Implentierung
sind die zu verwendenden Lautsprechersysteme natürlich alle identisch.
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Der Kino-Prozessor und die Verstärker:
Was nutzt uns aber der Ton, ohne Verstärkung und Lautsprecher? Richtig,
nichts. Im Gegensatz zur normalen Heim-HIFI-Anlage kommt der Ton vom Film
aber zunächst durch den Kinoprozessor. Dieser hat zwei Aufgaben: Erstens
kann man über den Kinoprozessor die Eingänge schalten, also z.B.
Pausenmusik, (meist als "non-sync" bezeichnet), Saalmikrofon und die verschiedenen
Filmton-Formate: mono, Dolby A, Dolby SR (steht für "Spectral Recording"!)
und Dolby Digital (ich beschreibe die mir geläufigen Dolby Kinoprozessoren
CP 50, 55, 200, 65, 45 und 500, die anderen "Kompatiblen" von dts-tech
und Sony habe ich noch nirgendwo gesehen). Die Digitalverfahren, die nicht
von Dolby stammen müssen sich über einen speziellen, analogen
Eingang einschummeln und im Fehlerfall dann den Prozessor auf ein voreingestellten
Lichtton "zurückfallen" lassen. Das führt aber an dieser Stelle
zu weit. Die zweite Aufgabe des Kinoprozessors ist in manchen Fällen
das Matrixing, und zwar bei allen analogen Stereo-Lichttonverfahren (Dolby
A und SR). Hier werden aus zwei Stereokanälen (lechts, und
rings,
was man ja nicht velwechsern kann ...) noch die für das Kino erfundenen
zusätzlichen Kanäle Center (genau der der aus der Mitte
kommt) und Surround (dat wat von hinten kommt) erzeugt. Diese Sachen
beschreibe ich auf der Lichtton-Seite. Bevor
der Ton den Prozessor in 6-13 Kanälen schließlich verläßt,
wird er noch klang- und lautstärkegeregelt. Über die Verstärker
geht es dann zu den Boxen.
Hier sind einige Kinoprozessoren näher gezeigt:
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Beispiele aus dem Gloria 1 (Stuttgart):

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Links bis Anfang Mai 1998:
(Die Bilder können wie immer durch anklicken vergrößert werden)
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ganz oben die DOLBY CP-200 (nur eine von 3 Bauhöhen zu sehen!), |
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diverse Zuschaltgeräte, |
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der DOLBY Digital-Auswerter DA-20, |
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THX-Weiche, dazu mehr bei meiner THX-Seite, |
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DOLBY-SR-A 5 Rauschunterdrückungsmodul, |
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Mikrofonvorverstärker, |
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Dolby - Netzteile für die CP 200 |
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dts-6-Decoder, |
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SDDS-Decoder/Prozessor und |
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Tonlampengleichrichter. |
Rechts, das ist der Turm seit dem Einbau einer Dolby CP 500:
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Ganz oben hat die Magnettoneinheit der Maschine 2 Platz gefunden, die bisher
bei der Maschine montiert war, |
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dann die Dolby CP 500 mit eingebauten DA-20-Einheit, |
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ein Schaltgerät, |
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THX-Weiche, dazu mehr bei meiner THX-Seite, |
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dts-6-Decoder, |
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SDDS-Decoder/Prozessor und |
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Tonlampengleichrichter. Der Rest sind Abdeckbleche :-). |
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Schließlich : Verstärker, Verstärker, Verstärker
(frei nach
dem Motto: "Darf es etwas mehr WUMM sein?") |
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